Mandantenfähigkeit (Multi-Tenancy)
Mandantenfähigkeit – im Englischen Multi-Tenancy – ist ein Architekturprinzip von SaaS-Anwendungen, bei dem mehrere Kunden (Mandanten) dieselbe Softwareinstanz und Infrastruktur nutzen, wobei ihre Daten strikt voneinander getrennt sind.
Jeder Mandant hat seine eigene isolierte Umgebung mit individuellen Konfigurationen, Benutzern und Daten, obwohl er technisch gesehen auf derselben Plattform arbeitet.
Überblick und Funktionsweise
Für Workflow-Plattformen hat Mandantenfähigkeit mehrere praktische Auswirkungen. Erstens ermöglicht sie kosteneffiziente Bereitstellung: Da die Infrastruktur geteilt wird, sind die Betriebskosten pro Kunde niedriger als bei dedizierten Installationen. Zweitens profitieren alle Mandanten gleichzeitig von Updates und Verbesserungen der Plattform, ohne individuelle Upgrade-Projekte durchführen zu müssen. Drittens ermöglicht sie elastische Skalierung: Ressourcen werden dynamisch nach Bedarf zugewiesen.
Herausforderungen
Die zentrale Herausforderung bei mandantenfähigen Systemen ist die Datensicherheit. Unternehmen müssen sicher sein, dass ihre Geschäftsdaten, Workflow-Konfigurationen und Benutzerdaten unter keinen Umständen für andere Mandanten sichtbar oder zugänglich sind. Dies wird durch technische Maßnahmen wie strikte Datenisolierung auf Datenbankebene, verschlüsselte Datenübertragung und separate Authentifizierungsmechanismen pro Mandant gewährleistet.
Weitere Aspekte
Für mittelständische Unternehmen in Deutschland ist Mandantenfähigkeit auch aus DSGVO-Perspektive relevant: Sie müssen sicherstellen, dass der Anbieter die Datentrennung nachweisbar umsetzt und die Daten in Rechenzentren innerhalb der EU verarbeitet werden.
Weitere Aspekte
Flow360 ist als mandantenfähige SaaS-Plattform konzipiert, in der jeder Kunde eine vollständig isolierte Umgebung erhält. Die Datenverarbeitung erfolgt auf europäischen Servern, und die Architektur gewährleistet strikte Mandantentrennung.
Low-Code
Low-Code bezeichnet einen Entwicklungsansatz, bei dem Softwareanwendungen und Workflows überwiegend visuell konfiguriert werden, sodass nur minimaler Programmiercode erforderlich ist – ideal für Fachanwender mit begrenzten IT-Kenntnissen.
Medienbruch
Ein Medienbruch entsteht, wenn innerhalb eines Geschäftsprozesses zwischen unterschiedlichen Kommunikations- oder Datenmedien gewechselt wird – beispielsweise von einem digitalen System auf Papier, von einer Anwendung auf eine E-Mail oder von einem Telefonat zurück in eine Datenbank.