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CAPA-Management

Workflow für Corrective/Preventive Action (CAPA) zur systematischen Identifizierung, Analyse und Behebung von Problemen in allen Unternehmensbereichen

Der CAPA-Management Workflow (Corrective and Preventive Action) ist ein strukturierter Prozess zur systematischen Identifizierung, Analyse und Behebung von Problemen sowie zur Implementierung vorbeugender Maßnahmen in allen Unternehmensbereichen. Dieser Workflow unterstützt Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 und hilft bei der kontinuierlichen Verbesserung (KVP) von Geschäftsprozessen.

Workflow-Diagramm

Überblick

CAPA ist ein zentraler Bestandteil moderner Qualitätsmanagementsysteme und ermöglicht es Unternehmen:

  • Probleme systematisch zu erfassen und zu dokumentieren
  • Ursachen methodisch zu analysieren (z.B. mit 5-Why, Ishikawa, FMEA)
  • Korrekturmaßnahmen zur Problembehebung zu planen und umzusetzen
  • Vorbeugemaßnahmen zur Problemvermeidung zu implementieren
  • Die Wirksamkeit von Maßnahmen nachzuweisen
  • Compliance-Anforderungen zu erfüllen

Workflow-Prozess

Der CAPA-Workflow durchläuft fünf strukturierte Phasen, die eine lückenlose Dokumentation und nachvollziehbare Bearbeitung gewährleisten.

Problemidentifikation

Im ersten Schritt wird das Problem erfasst und initial bewertet. Der meldende Mitarbeiter dokumentiert alle relevanten Informationen.

Erfasste Informationen:

  • Meldender Mitarbeiter: Zuständiger für die Problemmeldung
  • Datum der Identifikation: Zeitpunkt der Problemerkennung
  • Unternehmensbereich: Betroffener Bereich (Produktion, IT, HR, Finance, Legal, Facilities)
  • Problembeschreibung: Detaillierte Beschreibung des Problems und seiner Auswirkungen (Pflichtfeld)
  • Anlagen: Upload relevanter Dokumente, Fotos oder Beweise
  • Dringlichkeit: Bewertung (Hoch, Mittel, Niedrig)

Wichtig

Eine präzise Problembeschreibung ist entscheidend für die spätere Ursachenanalyse. Beschreiben Sie nicht nur das Symptom, sondern auch die konkreten Auswirkungen auf Prozesse, Qualität oder Sicherheit.

Ursachenanalyse

Nach der Problemidentifikation führt ein qualifizierter Analyst eine systematische Ursachenanalyse durch. Diese Phase ist kritisch für die Entwicklung effektiver Maßnahmen.

Durchgeführte Analysen:

  • Verantwortlicher Analyst: Zuständiger Mitarbeiter für die Analyse
  • Startdatum der Analyse: Beginn der Untersuchung
  • Methode der Ursachenanalyse: Verwendete Analysemethode (Pflichtfeld)
    • 5-Why-Analyse (Warum-Warum-Analyse)
    • Ishikawa-Diagramm (Fischgräten-Diagramm)
    • FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse)
    • 8D-Report
  • Ergebnisse der Ursachenanalyse: Identifizierte Grundursachen (Pflichtfeld)
  • Analysedokumentation: Upload der vollständigen Analysedokumentation

Best Practice

Gehen Sie bei der Ursachenanalyse systematisch vor und suchen Sie nach der Grundursache, nicht nur nach oberflächlichen Symptomen. Die 5-Why-Methode hilft dabei, durch wiederholtes Fragen nach dem "Warum" zur eigentlichen Ursache vorzudringen.

Maßnahmenplanung

Basierend auf den Analyseergebnissen werden konkrete Maßnahmen geplant. Dabei wird zwischen Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen unterschieden.

Geplante Maßnahmen:

  • Art der Maßnahme:
    • Korrekturmaßnahme (Problem beheben)
    • Vorbeugemaßnahme (Problem verhindern)
  • Beschreibung der Maßnahme: Detaillierte Maßnahmenbeschreibung (Pflichtfeld)
  • Verantwortlicher für Umsetzung: Zuständiger Mitarbeiter
  • Fälligkeitsdatum: Termin für die Umsetzung
  • Ressourcenbedarf: Benötigte Ressourcen (Personal, Budget, Material)
  • Risikoanalyse: Bewertung der Risiken und Auswirkungen der Maßnahme

Unterschied

Korrekturmaßnahmen beheben ein bereits aufgetretenes Problem. Vorbeugemaßnahmen verhindern das Auftreten ähnlicher Probleme in der Zukunft. In der Praxis werden oft beide Arten kombiniert.

Freigabe Maßnahmenplan

Der entwickelte Maßnahmenplan wird durch autorisierte Freigeber geprüft und genehmigt. Diese Qualitätskontrolle stellt sicher, dass die geplanten Maßnahmen angemessen und umsetzbar sind.

Freigabeprozess:

  • Prüfung durch die Gruppe "Freigabe"
  • Kommentarpflicht bei Ablehnung
  • Bei Ablehnung: Rücksprung zur Maßnahmenplanung für Überarbeitung
  • Bei Genehmigung: Freigabe zur Umsetzung

Hinweis

Bei Ablehnung muss ein begründeter Kommentar abgegeben werden. Der Workflow springt automatisch zurück zur Maßnahmenplanung, damit notwendige Anpassungen vorgenommen werden können.

Umsetzungsdokumentation

Nach erfolgter Freigabe wird die Maßnahme umgesetzt und der Prozess vollständig dokumentiert.

Dokumentierte Informationen:

  • Verantwortlicher für Dokumentation: Zuständiger für die Umsetzungsdokumentation
  • Startdatum der Umsetzung: Beginn der Implementierung
  • Enddatum der Umsetzung: Abschluss der Implementierung
  • Umsetzungsbericht: Detaillierter Bericht über die Durchführung (Pflichtfeld)
  • Umsetzungsdokumentation: Upload vollständiger Unterlagen
  • Maßnahme vollständig umgesetzt: Bestätigung der Fertigstellung

Dokumentation

Eine vollständige Dokumentation ist nicht nur für Audits wichtig, sondern dient auch als Wissensbasis für ähnliche zukünftige Fälle. Dokumentieren Sie auch unerwartete Erkenntnisse und lessons learned.

Wirksamkeitsprüfung

Nach einem definierten Zeitraum wird die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahme überprüft. Dies schließt den CAPA-Zyklus und stellt sicher, dass das Problem nachhaltig gelöst wurde.

Überprüfung:

  • Validierung der Maßnahmenwirkung
  • Dokumentation der Ergebnisse
  • Abschluss oder Eskalation bei Unwirksamkeit

Aufgabenzuweisung

Der Workflow nutzt verschiedene Zuweisungsstrategien für optimale Prozesseffizienz:

Die initiale Problemidentifikation wird der Gruppe "Benutzer" zugewiesen. Jeder Mitarbeiter kann ein Problem melden und den Workflow starten. Dies gewährleistet eine niedrige Einstiegsschwelle für die Problemmeldung.

Die Schritte Ursachenanalyse, Maßnahmenplanung und Umsetzungsdokumentation werden jeweils an den Bearbeiter des vorherigen Schritts zugewiesen. Dies sorgt für Kontinuität und Kontextwissen während des gesamten Prozesses.

Der Genehmigungsschritt wird der Gruppe "Freigabe" zugewiesen. Diese Gruppe umfasst autorisierte Personen (z.B. Qualitätsmanager, Abteilungsleiter), die über die notwendige Expertise und Befugnis zur Maßnahmenfreigabe verfügen.

Anwendergruppen

Der Workflow umfasst die folgenden Anwender-Gruppen:

GruppeRolleVerantwortlichkeiten
BenutzerAlle MitarbeiterProblemmeldung, Durchführung von Analysen und Maßnahmen
FreigabeQualitätsmanagement, FührungskräftePrüfung und Genehmigung von Maßnahmenplänen

Unternehmensbereiche

Der Workflow kann für alle Unternehmensbereiche eingesetzt werden:

BereichTypische Anwendungsfälle
ProduktionQualitätsmängel, Maschinenfehler, Prozessabweichungen
ITSystemausfälle, Sicherheitsvorfälle, Performance-Probleme
HRPersonalprobleme, Compliance-Verstöße, Schulungslücken
FinanceAbrechnungsfehler, Prozessineffizienzen, Risiken
LegalVertragsprobleme, Rechtliche Risiken, Compliance
FacilitiesSicherheitsmängel, Instandhaltung, Umweltaspekte

Häufig gestellte Fragen

Vorteile des Workflows

Compliance & Qualität

ISO 9001 Konformität: Der Workflow erfüllt die Anforderungen der ISO 9001:2015 für Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen (Abschnitt 10.2).

Vollständige Dokumentation: Lückenlose Nachverfolgbarkeit aller Schritte für Audits und Zertifizierungen.

Kontinuierliche Verbesserung: Systematischer Ansatz für KVP und PDCA-Zyklus.

Weitere Vorteile:

  • Transparenz: Alle Beteiligten haben Einblick in den Status
  • Nachvollziehbarkeit: Vollständige Historie aller Aktivitäten
  • Effizienz: Strukturierter Prozess reduziert Bearbeitungszeit
  • Wissensmanagement: Aufbau einer Problembibliothek
  • Risikominimierung: Proaktive Identifikation von Verbesserungspotenzialen